Geburt und Autonomie

Shownotes

Warum eskalieren Autonomie-Krisen in der Kleinkindzeit in großer Dramatik. Warum kann ein Nein der Eltern das Kleinkind in eine derart existenzielle Verzweiflung stürzen. Und wie kann all dies zusammenhängen mit unverarbeiteten Entwicklungs- und Geburtsverletzungen der Kinder. In diesem Podcast spreche ich mit der Schweizer Eltern-Baby- und Körperpsychotherapeutin Cornelia Reichlin über ihre traumatherapeutische Arbeit mit Kleinkindern und ihren Eltern. In diesem Gespräch beleuchten wir, wie mit körperlichen Wegen Kleinkindern geholfen werden kann, eskalierende Autonomie-Krisen in den frühen Eltern-Kleinkind-Beziehungen zu überwinden und besser zu verstehen.

Cornelia Reichlin wird am 15. Dezember 2026 von 18:30 – 21:30 Uhr einen Online-Workshop zum Thema „EEH-Therapie mit Kleinkindern“ anbieten. Anmeldungen und Infos unter www.zeppbremen.de/online

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Transkript anzeigen

00:00:04: Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von Global Empathy.

00:00:09: Mein Name ist Thomas Harms und als Psychologe und Körperpsychotherapeut widme ich mich den Kindern und Eltern der Zukunft sowie die Frage, was wir tun können um in unserer Welt menschliche Beziehungs-, Liebes- und Demokratiefähigkeit zu erhalten und vom Beginn an zu fördern.

00:00:27: In diesem Podcast spreche ich mit Menschen aus Forschung und Praxis, die sich in ihren Berufen und Projekten für einen emotionalen Klimawandel in unserer Welt einsetzen.

00:00:46: Ich möchte heute mit ihr über ihre therapeutische Arbeit mit Kleinkindern sprechen.

00:01:02: Anders als in der Arbeit mit Babys und Eltern geht es hier vor allen Dingen darum, Kinder die sprechfähig sind, die sich bereits mit ihrem eigenen Willen äußern können, die auch manchmal Dinge tun was Eltern nicht wollen, die abzuholen in der therapeutischen Arbeit sozusagen auch mit zu nehmen und einzuladen.

00:01:23: Ich werde mit dir auch darüber sprechen, wie wir in dieser Arbeit aber auch im alltäglichen Zusammensein mit diesen Kindern mit dem Thema Grenzen und starken Gefühlen umgehen können.

00:01:34: All das sind interessante Themen und ich freue mich sehr heute dass du Kornidabist und dass wir dieses Gespräch führen können.

00:01:42: Ja vielen Dank lieber Thomas!

00:01:44: Und ich danke dir für die Einladung und freu mich sehr, heute mit dir über dieses Herzensthema von mir zu sprechen.

00:01:52: Ja, du sagst es.

00:01:53: Das ist ein Thema was dir sehr im Herzen liegt.

00:01:55: und du hast dich in den letzten Jahren nachdem du viele Jahre und Jahrzehnte dich ja auch auf dem Feld der Arbeit mit Eltern und Babys bewegt hast jetzt dieses Thema mit den Kleinkindern sehr ins Zentrum gerückt.

00:02:09: also Kinder die eben deutlich ausdrucksfähiger sind im Sinne der Sprachfähigkeit, die so sehr viel präzise auch ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse mitteilen.

00:02:20: Die manchmal auch oponieren und auch nein sagen, die also Dinge nicht wollen und die nicht hören wollen.

00:02:27: All das bringt Eltern in Fehlerlei Hinsicht oft auf die Palme und bringt sie wirklich in die Belastung.

00:02:34: Lassen Sie es doch mal erst einmal darüber sprechen was dich da an diesen Kindern besonders so packt und was sich an dieser Arbeit, in diesem Arbeitsfeld auch besonders rührt.

00:02:45: Ja also die Kinder sind immer mehr zu mir gekommen beziehungsweise mit ihren Eltern und ihrem Themen.

00:02:52: natürlich haben sie angedockt in der Praxis und es war für mich ein Suchen in welcher Richtung ich sie begleiten kann.

00:03:00: und was ich besonders liebe an den Kindern ist eben ihre Authentizität Und das Spielerische und sie fordern, das Gegenüber wirklich auf in Kontakt zu sein.

00:03:12: Sie sind nicht sozial höflich und machen einfach irgendwie was mit, was wir von ihnen wollen.

00:03:18: Und zugleich haben sie natürlich einen Ausdruckswunsch beziehungsweise jedes Kind möchte verstanden werden, möchte irgendwie ... In seiner Herausforderung dass es vielleicht mitträgt begleitet sei.

00:03:35: Und so habe ich Kinder immer so abgeholt, dass ich ihnen gesagt habe hey du bist okay so wie du bist mit allem was du mitbringst.

00:03:45: Wir Erwachsenen haben hier vielleicht irgendwas noch nicht verstanden und lass uns mal zusammenschauen wer hier etwas braucht.

00:03:53: Genau!

00:03:55: Du sagst es ja da ist also geht irgendetwas auch nicht so richtig zusammen.

00:03:58: Da zeigt das Kind ein bestimmtes Verhalten starke Emotionen etwas, was die Eltern in der Weise nicht hundertprozentig einordnen und fassen können.

00:04:10: Und da stellt sich natürlich die erste Frage – Was ist die Verzweiflung und Hilflosigkeit der Eltern?

00:04:15: Und warum kommen überhaupt zu dir in die Praxis mit welchen Themen denn eigentlich?

00:04:20: Ja sehr oft geht es um starke Gefühle und Grenzen.

00:04:25: also diese Grenzsetzung, die von Eltern gefordert werden bringen Eltern tatsächlich auch an die Grenze Und das ist natürlich erst mal dem normalen Entwicklungsprozess geschuldet.

00:04:38: Also ein Kind entwickelt in der Autonomiefase mehr und mehr seinen Willen, es entdeckt seine Wirksamkeit.

00:04:47: Dadurch sind Eltern natürlich gefordert ihre Kinder zu schützen.

00:04:52: Sie sind geforderd eben Grenzenzusetzen auch um ihre Werte zu vertreten und den Kindern zu vermitteln was in Ordnung ist und was nicht.

00:05:02: Das Kind lernt in diesem Prozess Emotionen zu regulieren, mit Frustration umzugehen.

00:05:11: Zugleich lernt es auch unterschiedliche Gefühle kennen und das ist diese ganz normale Herausforderung.

00:05:17: Das ist anstrengend, braucht viel Präsenz und Geduld usw.

00:05:22: Manchmal wird die Herausforderung zur Überforderung.

00:05:26: Also die Eltern suchen tatsächlich oft Hilfe, wenn ihr Kind sich auf eine Weise verhält, die sie nicht einordnen können.

00:05:33: Wenn diese wachsende Autonomie sich selbst mit starken Gefühlen konfrontiert, wenn Ängste überfluten, wenn schlafen... Zum Beispiel auch viel Raumein nimmt das Einschlafen oder das Kind einfach auch vielleicht Entwicklungsverzögerungen zeigt und dann sind manchmal die Themen auch verstrickt.

00:05:55: Also Eltern kommen selbst in die Krise, sie erleben Hilflosigkeitsohnmacht, ihnen fehlt Orientierung dadurch sind sie weniger präsent und haltefähig.

00:06:05: Und wenn gerade traumabasierte Belastungen noch nicht integriert sind dann können die in den Autonomiekonflikten tatsächlich auch eskalieren.

00:06:16: also da kann's dann alles so ein bisschen hoch kochen.

00:06:19: Genau und das ist jetzt genau das Thema über, dass wir auch heute ein bisschen sprechen wollen.

00:06:24: Dass auf der einen Seite diese Themen die ja ein ganz natürlicher Entwicklungsprozess sind, nämlich dass die Kinder überhaupt diese Frustration, diese erfahren wenn ihnen zum Beispiel einen Nein gegeben wird wo sie etwas nicht dürfen, wo ihnen etwas abverlangt wird... dieser Unlust und mit der Spannung oder Erregungen auch irgendwie lernen müssen, umzugehen.

00:06:50: Und dabei helfen in dem besten Fall die Eltern.

00:06:52: aber manchmal geht es eben deuglich in einen anderen Bereich hinein.

00:06:56: da wird das dann richtig heftig.

00:06:59: und über diese ja eskalierenden Autonomiekonflikte darüber wollen wir jetzt mal so ein bisschen sprechen.

00:07:05: Ich beginne mal mit einer kleinen Episode aus meiner eigenen Praxis wo mir eine Mutter vor einigen Wochen berichtete dass sie mit ihrem dreijährigen Sohn immer wieder in eine eskalierende Situation geraten sei.

00:07:18: Es ging dabei immer zur Abendbrotzeit darum, das Kind bekam sozusagen so einen Joghurt auch unter anderem zu ... Da ich mochte er gerne, den nahm er sich und in dieser konkreten Situation hatte er den auch mit Wonne so aufgegessen.

00:07:33: Und dann hat er von seinem Stülchen aufgestanden, war eigentlich nicht zum Kühlschrank gegangen, hatte ihn aufgemacht.

00:07:40: das hatte die Mutter gar nicht so im ersten Moment mitbekommen und nahm sich dann weiteren so ein dann aber Schokopudding raus.

00:07:47: Das fand die Mutter garnicht gut.

00:07:49: sie war auch sehr bedacht auf gutes Essen und die fand es jetzt also gar nicht richtig am Abend da noch eine Zuckerspeise oder Das hat sie weggenommen.

00:07:59: und dann ist der Junge fürchterlich sauer und frustriert gewesen.

00:08:04: Und das war aber nicht eine normale Protestbekundung, sondern sie beschrieb es, er rastete komplett aus.

00:08:12: Der wurde putterrot, schrie auf dem Boden, überstreckte sich.

00:08:19: So berichtete die Mutter nach einer sehr kurzen Zeit im Tunnel Also eigentlich in einer totalen Auswechslosigkeit, Hilflosigkeit der war nicht mehr reichbar.

00:08:30: Die Mutter kam gar nicht mehr durch.

00:08:32: Sie erreichte das Kind nicht mehr und es brachte sie wiederum in eine totale Verzweiflung und Ohnmach was diese kleine Situation dort auslösen konnte.

00:08:44: Da waren also zwei Leute, die sich zunehmen mehr in so eine komplette Orientierungs- und Handlungsumfähigkeit.

00:08:51: So reimernevrierten und große Verzweiflung.

00:08:54: Was passiert da an solchen Situationen?

00:08:56: Jede Mutter oder Vater in dieser Entwicklungszeit kennt solche Momente.

00:09:01: Die können manchmal extrem zugespitzt sein aber dieses geht ja noch einen Schritt weiter.

00:09:06: was passiert da jetzt ganz genau?

00:09:08: Kannst du uns das mal ein bisschen erläutern?

00:09:11: Naja manchmal berühren diese Situationen, wie du das beschreibst tatsächlich auch eine existenzielle Not oder die kommt eben so eine existentielle Wucht an die Oberfläche durch dieses Nein.

00:09:26: Und ich bringe das auch oft gerne auf die erwachsenen Ebene um sich einstehmen zu können nachher auf die Kinder weil Ein Nein, wenn wir uns das mal zu Herzen nehmen, berührt ein Ohnmachtserleben.

00:09:39: Also ein finales Nein was man auch als Erwachsener kriegt.

00:09:48: Wenn eine Türe wirklich zu ist, fühlt sich nicht schön an oder?

00:09:54: Und es kann natürlich sein dass so ein Nein tatsächlich erst einmal Neben dem, dass es ihm hier und jetzt eine Absage ist tatsächlich auch ein altes Gefühl triggert.

00:10:12: Also wie wir mit so einem Lein umgehen das hat oft damit zu tun.

00:10:17: was wird dazu auch für Erfahrungen gemacht haben.

00:10:19: und so ist es auch bei den Kindern das auch das implizite Gedächtnis also das Körperzelgedächtnich sich manchmal dann aktiviert durch einen Auslöser und sich das System, sage ich jetzt mal plötzlich an einer früheren Erfahrung erinnert wo es keinen Auswirk gab.

00:10:41: Keine Chance, Fremdbestimmung, Kontrollverlust, Erstarung selbst Verlust vielleicht auch schon Situation gab wo das Kind in Rage war im Wut, in Entrüstung etc.

00:10:54: also dass diese dieses Erleben an die Oberfläche kommt und wir vielleicht plötzlich so uns die Frage stellen können, könnte es sein dass ein Erleben von dort und damals sich im Hier und Jetzt zeigt.

00:11:10: Und mit diesem empathischen Blick schaue ich auch gerne mit den Eltern auf diese Situationen.

00:11:19: Du hast auch aufgenommen, dass das eben für die Eltern dann oft sehr belastend ist.

00:11:26: Dass sie Angst haben vor diesen Situationen weil sie an einen Punkt kommen wo sie merken Sie haben keine Handhabung und sie stehen wirklich mit dem Rücken zur Wand.

00:11:38: Und das führt natürlich oft dazu, dass man versucht diese Situation zu vermeiden.

00:11:43: Das ist extrem anstrengend begegnen mir die Eltern sehr oft in der Praxis.

00:11:51: Was konkret heißt es dann, weil du schreibst jetzt ja etwas das dort ein vielleicht ganz natürlicher Entwicklungskonflikt, der eigentlich ganz unvermeidbar ist?

00:12:01: In seiner, man könnte sagen Wucht, die es auch ganz normal in sich trägt da quasi eine tiefere Schicht des Entwicklungserlebens auch anreicht.

00:12:13: also dass hier Das Körpergedächtnis angesprochen wird und alte Entwicklungsverletzungen dabei jetzt getickert und getriggert werden.

00:12:21: So habe ich das verstanden,

00:12:22: d.h.,

00:12:23: du sagst eigentlich dieses existenzielle dass das Kind plötzlich um Leben- und Tod kämpft.

00:12:29: also ja dass es wirklich in einem ganz verzweifelten Existenzkampf drin ist obwohl es nur darum geht einen bestimmten Joghurt nicht zu bekommen hat nicht mit dem Joghurt zu tun, sondern eigentlich mit einer tiefergehenden Entwicklungserfahrung unter anderem die vielleicht als solches nicht hinreichend verarbeitet und integriert wurde.

00:12:50: Was könnte das sein?

00:12:52: Da bist du jetzt ja sehr mit der prä- und auch perinatalen Erfahrung also dass was rund um die Geburt passiert immer wieder beschäftigt.

00:13:00: Nimm uns mal mit wie so ein Kind, was wir gerade beschrieben haben da jetzt vielleicht in so einem Konflikt ausdrückt, was eben mit einer Geburtsverletzung zusammenhängt.

00:13:13: Wie muss man sich das vorstellen?

00:13:16: Eben erst mal ist es wichtig dass es sein könnte so und wir sehen natürlich die Kinder sehr konkret auch in diesen Erfahrungen unter Umständen erstarren, sich zurückziehen, sich verschließen.

00:13:33: Du hast vorhin auch erwähnt das Kind ist unerreichbar wie im einem Film, wie in einem Tunnel Und es gibt verschiedene Parameter, wo wir sagen können okay das könnte sein dass das Kind da irgendwo feststeckt und in diesen heftigen Emotionen daseht so mit dieser kleinen Grenzsitzungssituation.

00:14:00: Vielleicht eigentlich eine sehr empathische Begleitung braucht weil es eben nicht hier um Willen geht und um Kraft, sondern es ist in einer Verwundbarkeit, in einer Versetzlichkeit wo es vielleicht von seinem Gegenüber der Bildungsperson erst mal eine Ja, so eine ganz andere Empathie unter Umständen braucht wie das was im Hier und Jetzt eigentlich auch die normalen Sätze sind die man dann sagt oder die Handhabungen die Eltern dann aufgreifen indem sie manchmal hart sind oder streng oder wütend werden ungeduldig etc.

00:14:49: Das ist dann oft auch nochmal In diesem Moment, wo das Kind wirklich auch nicht der Reichbar ist manchmal auch nicht zielführend.

00:15:02: Das würde ja bedeuten dass das Kind wenn es in so einem Tunnel ist wie wir es gerade beschrieben haben eigentlich in einer Verfassung ist die eine Unerreichbarkeit darstellt die er mit dieser aktualisierten und wieder lebendig gewordenen Verletzungserfahrung zusammenhängt.

00:15:23: gleich Eltern, die jetzt besonders auf den Tisch klopfen und sich da Strenge zeigen.

00:15:29: Und vielleicht auch sagen das geht nicht und lauter werden oder so im Prinzip dann so eine gegene Wand laufen also das ist ja oft das was passiert.

00:15:38: Also hier und jetzt eben kollidieren zwei Menschen in diesen Autonomiekonflikten und entfremden sich dabei immer mehr und du sagst jetzt naja eigentlich erzählt das Kind eventuell gerade ein Teil einer Entwicklungsgeschichte, eine Erfahrung die jetzt gar nicht mit dem Joghurt zusammen hängt sondern eigentlich viel tiefer zurück reicht und da bräuchte es eine Art von Sensibilität auch nah.

00:16:09: Einfühlung der Eltern, auch eine neue Sichtweise der Eltern um dort jetzt die Belastung und die Intensität dieser Erfahrung des Kindes anders zu verstehen.

00:16:18: Wie kann man das jetzt machen?

00:16:19: Weil die Eltern sind ja wahrscheinlich eher am Anfang sehr symptomatisch unterwegs.

00:16:23: wie kann ich das Kind zur Reson bringen?

00:16:25: Wie kann es mir...wie kann es das tun?

00:16:27: Das ist jetzt anerkennend dass es jetzt einfach nur ein Joghurt gibt und das ist nicht einfach die Sachen einfach aus dem Kühlschrank alleine nehmen.

00:16:34: Das sind also Regelkonflikte.

00:16:37: Wie kommen die Eltern von dieser, ich sag mal alltagsbezogenen Problematik im Rahmen einer psychotherapeutischen Vorgehens jetzt dazu ihr Kind in ihrer Verletzung und seiner Belastung umfassender zu sehen?

00:16:51: Weil das ist ja die Aufgabe, die du dann machst.

00:16:53: Du nimmst die Eltern hier auch ein Stück mit.

00:16:55: Genau also ich nehme die Eltern mit und ich würde gerne nochmal ganz kurz aufgreifen dass natürlich diesen Konflikten, beide Parteien in dem Sinne belastet sind.

00:17:11: Also sowohl das Kind kann natürlich in seinen alten Gefühlen getriggert werden aber auch die Eltern.

00:17:17: Das werden alle unsere Erfahrungen dazu als erwachsene Menschen wie wir... wie wir selber diese Phase durchlaufen haben, also wie wir zum Beispiel unsere eigenen Bedürfnisse akzeptiert wurden oder wie es war wenn wir eine Meinung hatten.

00:17:35: Oder musste ich mich schon sehr früh anpassen?

00:17:38: Wurde bei Nein akzeptierter?

00:17:40: Oder wurde ich bestraft?

00:17:43: Liebesentzug, wenn ich zu viel Wille gezeigt habe... Also das sind ja so diese Entwicklungsschritte wo wir auch Ja, manchmal schauen können mit dem professionellen Blick was ist da so ein bisschen auch normaler Alltag?

00:18:01: und wo kommen so Entwicklungstraumatisierungen auch rein?

00:18:05: weil wir einfach auch uns anpassen müssen als Menschen.

00:18:10: Und mit diesen eigenen Wunden sind die Eltern natürlich in diesem Konflikt dann auch vertreten.

00:18:17: das heißt dass macht total Sinn, von beiden Seiten auch diese Geschichte anzugehen bzw.

00:18:27: auch zu gucken bei einer Mutter oder einem Vater wo steigt jemand aus?

00:18:32: und deshalb ist für mich das total wichtig eigentlich auch so ein bisschen wie wir es jetzt besprochen haben die Eltern da mitzunehmen also in diesem Start in der Begleitung dass das eben ganz normal ist, dass in diesen Konflikten eigentlich wir einerseits natürlich zu tun haben wie kann ich das machen?

00:18:55: Wie kann ich mein Kind in starken Gefühlen begleiten etc.

00:18:59: Aber dass wir schauen können wer da wie belastet, wo gibt es Bindungsabbrüche, wo verlieren wir uns im Hier und Jetzt aus welchem Grund und wo?

00:19:09: gründet das in der eigenen Geschichte genau auf da der Punkt, dass wir da, wo wir dem Kind eigentlich diese Begleitung geben sollten.

00:19:20: Dass es uns da einfach auch einholt wie wir selber gelernt haben Emotionen zu regulieren oder mit Frust umzugehen.

00:19:28: und das ist sowieso ein Kreislauf, der so in dieser Zeit, in diesen Konflikten schwingt.

00:19:37: Und das ist erstmal ein Stück Psychoeducation wo ich die Eltern, mit dem starte eigentlich eine Begleitung.

00:19:45: Da muss sich die Eltern ins Boot

00:19:46: kriegen.".

00:19:47: Genau das wäre jetzt meine Frage wie kriegen wir jetzt die Eltern als ersten Schritt wahrscheinlich dahin dass sie empfänglicher und haltefähiger werden, überhaupt erstmal für die Gefühle.

00:19:57: Weil was wir ja sehen, egal ob es um Schlafkonflikte geht oder ob das um Regelkonflikt in diesem Alter geht also immer eigentlich wo es um den Umgang mit Nein einiggeht da wo diese starken heftigen Reaktionen der Kinder auch die Antwort sind dass sie Eltern sehr oft berichten, dass sie auch ein Stück weit einknicken Angst bekommen vor den Reaktion und dann eher in die Vermeidungsreaktionen gehen.

00:20:23: Der erste Schritt also, was kann getan werden aus deiner Arbeit um die Eltern in so ein Stück weit haltefähiger zu machen?

00:20:29: Weil das scheint mir ja der Erste wichtige Schritt zu sein dass sie überhaupt ihre Perspektive auf die Gefühle der Kinder verändern oder?

00:20:38: Ja total.

00:20:38: Also eben nicht ich muss die Eltern so ein bisschen mit ins Boot holen, dass das tatsächlich auch würdigen, dass es extrem schwierig ist Herausforderung ist.

00:20:54: Also es geht überhaupt nicht darum da etwas zu bagatellisieren, was einfach ist oder das auf jeden Fall... Es ist wichtig dass wir von beiden Seiten schauen.

00:21:04: also auch die Elternbelastung, die braucht Raum aber mit dem kommen die Eltern oft nicht.

00:21:11: Die wollen ja sich möglichst schnell was machen, damit sich das Verhalten des Kindes ändert.

00:21:20: diesen Job kann ich nicht übernehmen.

00:21:21: Ich kann nur mit den Eltern zusammen und dem Kind zusammen Wege suchen, herauszufinden wer wie belastet ist und wer was braucht.

00:21:31: Das ist erstmal wichtig dass das auch irgendwo klar ist.

00:21:37: Und dann schaue ich immer von beiden Seiten.

00:21:40: also wenn man sich das vorstellen kann in einer Sitzung ist es manchmal so, dass die Mama im Zentrum ist und etwas erzählt.

00:21:51: Und ich verknüpfe das mit dem Erlebendes Kindes oder Versprachliche für das Kind, was die Mama erzählt.

00:21:59: Oder wenn das Kind mehr in den Ausdruck geht, dann gehe ich mit dem Kind und hole die Mama ins Boot, was das Kind zeigt.

00:22:10: Und so gehen wir eigentlich immer auch zirkulär vor, Situation in der Praxis auch oft verlangsamt.

00:22:19: Und dem, was hier auch passiert wird eine Bedeutung gegeben und bei Kindern müssen wir aber auch schauen dass wir die Fenster nicht verpassen wo sie etwas zeigen oder wo sich öffnen wo sie erzählen übers Spiel.

00:22:37: also das heißt da müssen wir manchmal So ein bisschen sozialunhöflich sein und der Mutter auch mal unterbrechen.

00:22:45: Und sie vielleicht so ein bisschen in den Körper spüren lassen, während wir dann wieder uns dem Kind zuwenden.

00:22:51: also das hat viel mit Rhythmisierung zu tun.

00:22:55: Was wäre das genau?

00:22:56: Also, mach's mal konkret.

00:22:59: Die Mutter erzählt vielleicht über ihren Ärger und ihre Frustration, dass da ein Kind immer wieder Dinge tut von einem Tisch aufsteht zum Beispiel oder andere Dinge macht wo sie verzweifelt daran, dass das Kind nicht hört... Und jetzt in der konkreten Situation, wo sie die Belastungssituation erzählt und davon berichtet, macht das Kind was?

00:23:24: Kleine Kind.

00:23:25: uns jetzt zeigen dabei, körpersprachlich.

00:23:27: Du bist ja als Körperpsychotherapeutin auch sehr symbolisiert auf Körperzeichen.

00:23:32: Welche wären das?

00:23:35: Naja entweder spielt es sehr ruhig und hat große Ohren.

00:23:41: Und irgendwo gibt es der Mama Raum, dass mal jemanden mit ihrer Gefühl ernst hat.

00:23:48: Es wäre so eine Option.

00:23:50: Also sehr viele Kinder sind entlastet, wenn ihre Eltern mal Raum kriegen für ihre Belastungsgeschichte.

00:23:58: Das ist die eine Seite?

00:23:59: Die

00:24:00: eine Seite!

00:24:01: Die Mutter hat ein Deponat für ihre Gefühle.

00:24:04: Das Kind ist quasi aus der Schutzlinie ein bisschen und entspannt sich eigentlich, weil Mama jetzt eigentlich versorgt ist mit den ganzen Wucht der Gefühlen.

00:24:13: Genau, eine andere Option ist es geht immer dazwischen.

00:24:19: Oder ein Zeitenverhalten oder einen Körperausdruck oder eine repetitive Geschichte die die Mutter eh schon beschreibt.

00:24:28: also es horcht nie oder es ist immer laut oder es sind immer immer unruhig oder überaktiv oder was auch immer.

00:24:38: Oder es nützt diesen therapeutischen Raum das manchmal auch Ganz interessant, das ist ein anderer Raum wie der soziale Raum und kommuniziert.

00:24:46: Also zum Beispiel nimmt es eine Puppe und knallt die auf den Boden.

00:24:51: Soziale Reaktion wäre, nee, man tut Kinder nicht weh... Das wäre jetzt so eine Reaktionen wo das Kind lernen kann.

00:25:01: im therapeutischen Rahmen ist das interessant.

00:25:04: Was erzählst du mir hier?

00:25:05: Vielleicht erzählste mir dass Babys manchmal Schmerzen finden.

00:25:10: Was machst du?

00:25:11: Und ich bin interessiert und neugierig.

00:25:13: Und wieso kommt das da, wo die Mama vielleicht ihre Geschichte erzählt?

00:25:19: Vielleicht hat es eine Verbindung im Zusammenhang.

00:25:23: Vielleicht ist da aber auch dieses drängende Kind, was Ausdruck sucht einfach nochmal viel deutlicher an die

00:25:29: Oberfläche.".

00:25:31: Das heißt, das Kind könnte vielleicht auf so ein Entwicklungsbericht der Mutter oder des Vaters plötzlich beginnen... diese Puppe zu nehmen und mit dem Kopf auf den Boden zu schlagen.

00:25:42: oder es klopft an bestimmte Stellen des Körpers.

00:25:45: Und das wäre jetzt so ein symbolischer Ausdruck, du nimmst diese Verhaltensweise des Kindes aus und wendest dich dem Kind dann zu?

00:25:52: Oder wie müssen wir uns das vorstellen?

00:25:54: Ja genau, ich meine erst mal muss sich das Vertrauen gewinnen des Kinds.

00:26:00: Der Kind macht nicht einfach nur mit weil das gerade so reif ist.

00:26:05: aber wenn man Wenn man sich dem Kind zuwendet und auf Augenhöhe, vor allem auch authentisch ist, offen flexibel.

00:26:13: Auch mit dem okay ist was das Kind zeigt dann ist meine Erfahrung dass sich das Kind diesen Möglichkeitenraum noch mal sehr oft nimmt deutlicher zu zeigen was es bewegt.

00:26:33: Und das ist oft sehr berührend.

00:26:36: Und ja, da gehe ich dann mit diesen Geschichten mit und schaue.

00:26:42: Und wie gehst du da also angenommen?

00:26:44: Bleiben wir mal bei dem Kind mit der Puppe.

00:26:46: Das erleben wir unsere Arbeit immer wieder, dass die Kinder bestimmte Spielgegenstände aber eben auch Puppen nehmen um dort sozusagen eine bestimmte Wirkung, die vielleicht sie selber erfahren haben zu symbolisieren oder nachzuspielen.

00:27:04: Wenn jetzt so was passiert, also das Kind schlägt zum Beispiel immer wieder an eine bestimmte Stelle des Kopfes... Wie übersetzt du diesen Prozess für das Kind aber auch für die Eltern?

00:27:20: In Hinsicht zum Beispiel jetzt auf bestimmte Perinatale, also Geburtserfahrung.

00:27:25: Könnte da... Das ist ja jetzt sehr bezauberndes habe ich auch oft immer wieder gesehen, auch in deinen Videos die du zeigst wo das Kind jetzt im Prinzip wie eine Art Einblick gibt über diese Spielsituationen in ein Bestimmtes Erleben dass aus einer Vorzeit kommt und mit dem es dann auch mitteilt das ist mir Wiederfaden und das war die Noh Die Engel Die Dramatik die vielleicht in dem Joghurtbeispiel entsteht, aber jetzt plötzlich hochpoppt oder aufsteigt und hier vielleicht nochmal näherweise mitgeteilt wird.

00:28:00: Jetzt braucht es aber ja so ein Prozess der Mentalisierung für die Eltern.

00:28:03: Die müssen das kapieren was da gerade passiert.

00:28:06: Bist du Übersetzerin dieses Prozesses?

00:28:09: Deutest Du die Prozesse?

00:28:11: Stell zu fragen wie läuft der Prozess dahin?

00:28:17: Ich finde es sehr wichtig, dass man nicht deutet sondern dass man Fragen stellt.

00:28:22: Also erst mal frage ich natürlich so in die Geschichte rein der Schwangerschaft und Geburt also das ist nicht selbstverständlich in der Kleinkindzeit, das machen ganz wenige Therapieformen nach dieser Verknüpfung weil das irgendwie interessanterweise auch vergessen geht ein bisschen diese prozessorientierte Blick.

00:28:43: Und es ist natürlich wichtig auch zu wissen, was war die Geschichte?

00:28:47: Dann nutze ich oft so die Puppe und das Becken.

00:28:49: Ich habe so einen Stoffbecken und wir schauen uns die Geschichte an.

00:28:54: Die Kinder sind oft extrem interessiert in ihrer Geschichte.

00:29:01: Das berührende an Kindern, wenn du merkst, dass sie interessiert und fasziniert, dann sind Sie ja da!

00:29:07: Dann sind sie in Kontakt Und dann stellen wir mal Hypothesen auf.

00:29:15: Es könnte sein, dass du uns vielleicht zeigst, dass das hier wegetan hat oder es könnte sein dass das vielleicht immer wieder ein bisschen kommt wenn du Druck spürst.

00:29:30: erwartungsdruck zum beispiel ist sehr oft gekoppelt an der Hallendruck die man vielleicht mal erfahren hat und das System reagiert sehr schnell darauf.

00:29:41: Und aha, okay das könnte sein.

00:29:44: Vielleicht gibt es sogar noch etwas was wir sehen können.

00:29:49: manchmal können wir eine Prägung sehen rote Stellen sehen und so weiter und Kinder haben ja auch die Tendenz repetitiv zu spielen oder sich zu verhalten oder sich teilweise in der Verkörperung Wie sie sich selbst berühren, bewegen und so weiter.

00:30:15: Also wie diese Muster sich zeigen – die sind oft repetitiv wenn Sie an eine bestimmte Erinnerung gebunden sind.

00:30:28: Da haben wir ein bisschen wenig Flexibilität in alle Richtungen.

00:30:33: Deshalb wiederholt sich zum Beispiel auch auf das Spiel und dann greife ich einfach auf, und ich versprachliche für die Eltern.

00:30:42: Und dann entsteht was?

00:30:45: Dann ergänzen die Eltern jetzt vielleicht Fragmente der Geschichte.

00:30:48: Er erinnern sich selber teilen mit, was da passiert ist.

00:30:51: Nehmen wir mal an, dass Kind zeigt immer wieder, klopft immer wieder auf die Stirn oder auf bestimmte Partien des Schädels.

00:30:59: Hypothesenbildung wäre okay.

00:31:02: Könnte das vielleicht sein, dass du da ganz viel Druck erlebt hast?

00:31:05: Könnte es vielleicht sein ,dass dieser Druck auch in einer bestimmten Phase der Geburt vielleicht passiert ist und stellst du die Frage in den Raum ein wenig oder ergänzen die Eltern von alleine dann im Zuge dieses Prozesses plötzlich mit eigenen Anteilen ihrer Erzählungen?

00:31:24: Schon sehr oft auch so, dass die Eltern selber ergänzt.

00:31:27: Ich glaube, wenn sie mal so ein bisschen sich eingeschwungen haben und auch so einen Herz entwickeln, dann kommt da auch so ein Teil der Geschichte oft dazu.

00:31:36: Und ich erinnere mich an eine Mama und den Kind genau mit diesem Beispiel, wo sich das Kind immer am Kopf an einer Stelle hat es sich berührt

00:31:46: bzw.,

00:31:47: dass hat sich sogar ... Wenn es aktiviert war, immer ne Wand gesucht und sich fast selbst verletzt an dieser Stelle.

00:31:56: Und dann haben wir das erstmal gespiegelt und aufgegriffen.

00:32:01: Ich kann ja mit einem kleinen Kind keinen langen Dialog führen, aber ich kann ihm das natürlich spiegeln und mal fühlen wie sich das anfühlt und in Beziehung sein.

00:32:14: Hab mir uns überlegt, was das sein könnte.

00:32:17: War aber ein Frühchen.

00:32:18: die Mutter ist lange gelegen und irgendwann sagt sie selber noch vielleicht hat er das Kind hier ja nicht ruckstellen weil ich hatte lange keine Fruchtwasser.

00:32:29: Könnte sein da auch wieder eine Hypothese.

00:32:31: Aber das war die Idee der Mama Und es hat ihr dann ein ganz anderes Wording gegeben, um das Kind zu begleiten.

00:32:39: Anstatt zu sagen, mach das nicht und tue das nicht.

00:32:42: Und genervt das Kind begleiten hat sie ihm gesagt, ah hier hat es... also haben wir zusammen entwickelt.

00:32:49: Ah hier hat's dir weh getan und du zeigst mir das!

00:32:52: Und ich verstehe es.

00:32:55: Etwa nach einer Woche wo sich das Kind so begleitet hat war das Thema vom Tisch.

00:33:05: Das ist mir auch noch mal wichtig zu sagen.

00:33:07: Ich glaube, wir Therapeuten haben Übersetzungsfunktion und ein bisschen Lotsenfunktion.

00:33:13: aber das wirkliche Integrationspotenzial bei den Eltern und in dieser Bindungsbeziehung wo dann plötzlich ein Herz reinkommt und ein Verständnis und dann darf wirklich auch so aus diesem Momentum gesehen werden, verstanden werden.

00:33:32: Es ist eine neue Erfahrung dazu zu machen.

00:33:35: Ich bin da nicht immer alleine.

00:33:36: Mama fällt nicht weg.

00:33:38: wenn das passiert hat sich das zum Beispiel befriedet und es sind auch ganz kleine Dinge die unglaublich vieles bewegen.

00:33:48: Das was du jetzt beschreibst ist ja eher einer Art Perspektivwechsel also die Eltern emotional nehmen das Kind Also anders wahr.

00:33:58: die emotionale Verbindung zu der Thematik ist eine andere und dadurch gibt es auch eine beginnende Lösung.

00:34:04: Gehen wir nochmal zurück zum anderen Beispiel, du hattest das ja auch schon erwähnt.

00:34:09: manche dieser Kinder in der Praxis zeigen uns aber vielleicht auch etwas von einem Verhalten was die Eltern sehr schwierig aushalten können oder wo sie vielleicht sogar genervt sind.

00:34:20: ich denke da mal an Kinder wo die Mütter vielleicht noch stillen im Kleinkind alt haben Während des Sprechens der Mutter einmal so reinwühlt in den Pullover und im Prinzip sich bemächtigt, so wirkt es ja auch manchmal.

00:34:40: Und schnappt sich sozusagen die Brust um sich selber anzudocken.

00:34:45: Die betroffene Mütter sind dann oft sehr pickiert darüber.

00:34:50: Sie sind so ein Dilemma.

00:34:51: einerseits tun sie es einer vielleicht häufiger oder auch zu Berührungszwecken Andererseits ist das vielleicht ganz unpassender in der Situation und wenn jetzt ein Nein gesetzt wird, dann gibt es ja oft sehr mächtige Reaktionen.

00:35:05: Da sind wir wieder bei der Yogurt-Situation mit dem eskalierenden Abendprogramm dort.

00:35:13: Was wäre jetzt diese laute Version des Ausdrucksgeschehens?

00:35:17: Also eine war die leise Form des Erkennens und Verstehens.

00:35:22: aber jetzt hier kommen starke Emotionen des Kindes.

00:35:25: Wie gehst du und in welcher Weise gehst Du mit den Eltern, den Kindern vielleicht auch an diese Prozesse ran?

00:35:32: Wenn sie älter sind.

00:35:34: Ja also auch hier ist natürlich wieder sehr wichtig von beiden Seiten zu schauen.

00:35:41: Also erst mal geht es ja darum... Es ist interessant dass Du dieses Beispiel nehmst weil das eines der schwierigsten Beispiele im Bezug auf Grenzsetzung war es eine persönliche Grenze als viel einfacher zu sagen, ich darf das Joghurt nicht haben.

00:35:57: Wie gesagt, ich will dich jetzt hier gerade nicht am Einer Brust eigentlich die schwierigste Grenze oft für eine Mama und oft ist das natürlich auch ein Prozess so dieser Abstellprozess und den hat man noch nicht ganz hingekriegt und gibt aber auch noch nichts anderes und manchmal ist es idealisiert.

00:36:21: von dem her Geht es natürlich darum auch da zu erkunden, wer ist da?

00:36:27: Ja wem geht das wie in dieser Situation.

00:36:29: Wo gibt's ja Anbivalenzen?

00:36:31: was ist schwierig daran an diese Situation einzusagen und wie vielleicht Eltern oder eine Mutter in sich auch die Sicherheit findet was für sie richtig ist dass vielleicht erst mal so die Elternseite.

00:36:49: dann ist natürlich im aktuellen Beziehungsgeschehen Die Frage oder wie vermeidet man dann eine gewisse Eskalation?

00:36:58: und ein Kind gewöhnt sich natürlich auch daran, dass es zum Beispiel gewisse Emotionen über das Stillen.

00:37:07: auch regulieren kann, weil es nichts anderes gibt.

00:37:11: Und dann wäre ja die Frage was würde denn hier zum Ausdruck kommen oder was kommt zum Ausdrück wenn wir diese Situation jetzt anders begleiten und das ist auch etwas was wir zusammen mit Eltern machen können gar nicht so unendlich wie bei den Reihenbabys?

00:37:28: sie sagen okay wir helfen dir mal durch dieses Gefühl durchzukommen wir schauen mal was kommt da an die Oberfläche?

00:37:35: Wir halten den Kontakt versuchen zu verstehen, auch mit was das Kind beschäftigt ist und es ist immer ein individuelles kreatives Suchen.

00:37:46: Es gibt wie keine Rezepte.

00:37:49: aber am Schluss ist es vielleicht wichtig dass dieser Ausdruck mal kommen darf was auch immer da drin ist

00:37:59: Ja, und wenn wir jetzt mal vorstellen das war jetzt ein Kind mit einem Geburtsverletzten im Hintergrund.

00:38:04: Und es ist vielleicht stecken geblieben ja und war eine ganze Weile in einer großen physiologischen emotionalen Not.

00:38:11: Ja und das Kind mit dem Nein konfrontiert rauscht quasi in diesen Prozess wieder rein.

00:38:19: Das heißt eine alte Entwicklungserfahrung wird auf einmal wieder lebendig.

00:38:22: Einer großen Ohnmacht und Verzweiflung die eigentlich aus ganz frühen, vorsprachlichen Bereich kommt.

00:38:29: und das Kind schraubt sich jetzt förmlich in die Verzweiflung dieser Situation.

00:38:34: Woran erkenne ich denn jetzt eigentlich?

00:38:37: dass wir jetzt plötzlich in einer solchen Erfahrung sind?

00:38:40: Und dass es nicht ein ganz normaler Regelkonflikt ist?

00:38:44: also das ist ja die Frage die noch nicht ganz geklärt haben.

00:38:47: man könnte sagen diese Regel- und Autonomiekonflikte haben das Potenzial solche Erfahrungen zu aktualisieren.

00:38:56: Aber es muss ja irgendwas auch sichtbar und erkennbar sein für die Eltern, dass sie dann eben wissen, pass mal auf.

00:39:02: Hier passiert noch mehr als im normalen Reaktion auf ein Nein.

00:39:06: Hier ist das Kind plötzlich wie Witz-Fan sagt nicht mehr ansprechbar.

00:39:11: was genau erkennen wir dort?

00:39:13: Und was machst du oder die Eltern dann um?

00:39:17: dann auf der Ebene dieses Entwicklungskonfliktes.

00:39:21: Man könnte sagen stecken bleiben hinter der Geburt, dass da vielleicht gezeigt wird ein Schritt weiterzukommen oder diesen Prozess zu integrieren.

00:39:28: Ja

00:39:31: also was entspannender Respekt ist eben neben dem das wir gewisse wie du es besprochen schon gesagt hast gewisse oder wie wir es schon besprochen haben gewisse Symptomatiken sehen, wie wir starten.

00:39:48: Repetitive Musterrückzug, was auch immer.

00:39:53: Ein körperlicher Halte-Muster und so weiter sehen wir oft bei den Kindern auch dass sie rekredieren also das ist wie in so ein regressiven Raum droppt und dass das Kind plötzlich jünger erscheint oder kleiner erscheinend als es tatsächlich ist nicht mehr tut, die es könnte.

00:40:13: Also ein vierjähriges könnte ja aufstehen und sich entfernen von der Mutter oder das könnte sich irgendwie auf einen anderen Menschen beziehen oder irgendwas aber es tut es nicht Und das ist auch immer im Blick zu halten.

00:40:32: also ist das Kind eigentlich in einem sozialen Raum?

00:40:35: Ist das in seiner Emotionalität?

00:40:37: Oder ist das in diesem regressiven Raum?

00:40:40: Und ich glaube, das ist vielleicht... Ich weiß gar nicht ob es so wichtig ist, das Final zu beantworten.

00:40:47: Wieso ist das Kind jetzt da wo er ist und aus welchem Grund?

00:40:51: Was hat das genau erlebt und warum?

00:40:54: Das ist ein bisschen eine Falle manchmal, dass man's versucht und was war los unter der Geburt wenn es um Erklärungen geht aber es geht darum, so eine Empathie für das Kind zu entwickeln und ich glaube das ist wichtig.

00:41:09: Und dann glaube ich, dass es immer so diesen Aspekt gibt.

00:41:15: Über den haben wir jetzt schon gesprochen von Anerkennen, Sehen gesehen werden, validieren.

00:41:24: Das ist der eine Aspekt.

00:41:26: und der andere Aspekt ist ja tatsächlich wie komme ich in eine neue Erfahrung?

00:41:30: In einer verkörperte Neuerfahrung rein?

00:41:32: Wie kann ich an einem Thema auch vielleicht anders andere Lösungen vielleicht finden.

00:41:45: Wie kann ich an die Kraft wieder andocken, wo ich sie verloren habe?

00:41:49: Wie komme ich in eine gute Selbstwirksamkeit?

00:41:53: und da kann man natürlich extrem kreativ auch dann mit Kindern arbeiten.

00:41:59: also... Das

00:42:02: machst du das?

00:42:05: Genau!

00:42:05: Und das ist so was ich extrem gerne mache Kindern und zwar arbeite ich mit den Kindern konkret über Körper- und Berührungsarbeit auf verschiedensten Ebenen, Ausdrucksbegleitung.

00:42:24: Dass das Kind auch ein Recht hat auf seine Gefühle, da haben wir jetzt ein bisschen darüber gesprochen.

00:42:29: Dann gehe ich auch mit den oder geburtswiederholende Settings- oder Prozessarbeiten rein.

00:42:42: Und oft ist das so ein Türöffner, dass es spiel und ich gehe mit den Kindern auch verkörpert da rein.

00:42:49: Also wir können nicht darüber sprechen, dass's gut wäre so sondern wir müssen sie mit den Kinder machen.

00:42:54: und dann ist die Einladung vielleicht auch Max mal was Neues ausprobieren, Max mal einen Nest bauen.

00:43:02: Kinder müssen oft schauen bevor sie sich auf etwas einlassen Also dass wir es erst mal vielleicht die Puppe in den Nest tun und schauen, ob er selber da rein will.

00:43:14: Und viele Themen, die ich in der Praxis so immer wieder sehe, haben natürlich mit diesen Geburtsdynamiken oft zu tun.

00:43:24: also das ist auch spannend wenn man mal schaut was bringen diese mit?

00:43:29: Also oft geht's um Impulskraft Kraftausrichten, Konzentration bei den hyperaktiven Kindern, ihre Energie zu bündeln und zu fokussieren.

00:43:41: Oft verhandeln die Macht- und Unmacht in der Praxis auch im Spiel.

00:43:48: Manchmal spielen die Kinder was ihnen passiert ist und sehr oft so die Opferseite.

00:43:55: Und sehr oft spielen sie die Täterseite und lassen dich spüren Wie das war, wenn man überwältigt wird.

00:44:02: Ich weiß nicht wie oft es schon gefesselt wurde und zugedeckt oder erschreckt

00:44:09: usw.,

00:44:10: weil sie dich spüren lassen was ihnen passiert ist.

00:44:14: Und deshalb geht's oft um Selbstbestimmung, Fremdbestimmung vertreten eigener Grenzen

00:44:22: und

00:44:22: Übergänge.

00:44:25: Aber das finde ich jetzt einen ganz wichtigen Punkt, den nämlich da mal einhaken darf.

00:44:28: Weil es eben diese Verwandlung ist dieser Opferseite wieder in der Täter-Seite also dass man können sagen das Kind wird zum Agenten der Kräfte die auf sich selbst eingewirkt haben.

00:44:40: Die lassen dich spüren oder eine Puppe spürten und vielleicht auch die Eltern spülen wie doll das war was sie erlebt haben.

00:44:47: Also da scheint es eine große Varianz vielfall zu geben wie die Kinder das machen.

00:44:53: Wenn wir jetzt noch mal an dieses geburtsstagnative Kind gehen, das zur Stecken geblieben ist.

00:44:59: Da erleben wir ja auch bei den Babys ganz oft dass die so abgeschnitten sind von ihrer Kraft in Beinen im Becken.

00:45:06: So eine Art imputente Beweglichkeit in den Beinen da ist.

00:45:11: Erlebst sowas auch in den Arbeiten mit den Kleinkindern und ist da auch dieses Wiedererleben der Kraft und des Geburtsschubs auch noch mal wichtig.

00:45:19: Gibt es in der geburtswiederholenden Arbeit sowas?

00:45:22: Sieht das anders aus als bei den Babys, das würde mich auch mal interessieren.

00:45:26: Weil du hast das symbolische Spiel jetzt sehr eingebracht als zweite Option was wir mit dem Babys ja nicht haben.

00:45:32: aber wie weit wie viel Raum nimmt dann auch die direkte Geburts wiederholende Erfahrung ein dass sie uns mit ihrem Körper zeigen was ihnen widerfahren lässt.

00:45:41: Ja.

00:45:41: Das so vom Verhältnis sehen.

00:45:43: Also das ist total spannend mit den Kindern da hinzugehen.

00:45:47: Aber man muss etwas noch bedenken, also die Kleinkinder sind natürlich schon ein Schritt weiter so in ihrer Entwicklung und ein Kind der zum Beispiel Stecken geblieben ist kann ja z.B.

00:45:58: aus so einer Geschichte schließen.

00:46:00: ich gehe schon gar nicht mehr irgendwie los, dass zu gefährlich oder es kann daraus schliessen... Ich bin schneller als die Welt, bevor mich irgendjemand aufhält naja, bin ich schon weiter oder gibt verschiedene Varianten.

00:46:16: Aber es gibt verschiedene Anpassungsmöglichkeiten und mit denen haben wir sie auch schon zu tun, also die Kinder adaptieren schon so ein bisschen aus diesen Überlebensanteilen.

00:46:26: Manche Kinder eben ... Die meisten Kinder lieben das Nester zu bauen aber für einen Kind ist es vielleicht ein Riesen-Challenge da überhaupt reinzugehen und erst muss alles möglich herein.

00:46:39: Und andere Kinder, die sind sofort drin und zugedeckt.

00:46:45: Und oft spielen sie erst mal sozial.

00:46:49: Dann wird vielleicht dieser Ausgang ein bisschen enger oder was auch immer ... Sie können erstmal ein bisschen nachnähern.

00:46:57: Sie können ihren Impuls nachgehen, eben ihre Beine brauchen und sehr oft gestalten sich erst einmal die Partsituation automatisch ohne dass man irgendwie was aktiv macht, ist irgendwie ein Kistenblöd oder irgendwas und dann kommen diese Emotionen an die Oberfläche.

00:47:22: Und damit zu arbeiten okay du kannst dich jetzt umschauen und schaumalen und wo ist der Ausgang?

00:47:29: Nimm mal deine Füße!

00:47:31: Wir sind auch werbar in Kontakt, die Mama ist eingebunden und das Kind kann dann mal so seinen Weg in seinem Tempo gehen.

00:47:41: Das ist natürlich eine verkörperte neue Erfahrung, die viel damit zu tun hat.

00:47:48: dann auch wie bin ich in meinem Körper?

00:47:52: Wie bin ich im meiner... In dieser ganzen Verbindung auch von Kopf bis Fuß verkörpert.

00:48:01: Wie ist es mit den Grenzen?

00:48:03: Wo fange ich an?

00:48:03: Wo höre ich auf?

00:48:05: und da macht das Kind ne neue Erfahrung Die ist sofort verankert im System.

00:48:17: Da kommt etwas zu einem Ende oder zusammen und das ist sehr spannend!

00:48:23: Ja und ich höre, dass die Bedeutung der Sprache natürlich hier nochmal anderes ist als in der Arbeit mit den Babys wo ja auch sehr viel Überstimmung und Atmosphären vermittelt wird.

00:48:35: Das passiert jetzt aber auch.

00:48:36: Aber ich höra du steuerst auch ganz viel!

00:48:39: Du lädst ein... Gibt es den Kindern noch mal Raum, um zu überprüfen will ich das mit meinen Füßen.

00:48:47: Mit meiner Kraft, mit dieser Bewegung nochmal neu ausprobieren ist so ein bisschen wie in Try and Error und so'n langsames Randtasten an die gleich auch damals belastende und verletzende Erfahrung und gleichzeitig aber die ständige Suche nach neuer Ressource, nach neuen Möglichkeiten?

00:49:08: Der Sprachprozess scheint ja... enorm wichtig zu sein, sowohl fürs Kind.

00:49:14: Aber das ist jetzt die Frage auch für die Eltern.

00:49:16: Da nehmen sie aus diesen Kommentierungen was mit?

00:49:19: Wie werden die jetzt da nochmal mit einbezogen damit dass diese Sache rund wird?

00:49:25: Ja also die nehmen viel mit und ich meine Für die Kinder ist es natürlich auch wichtig zum Beispiel einbezogen werden eine Wahl zu haben auch Nein sagen zu dürfen.

00:49:40: Das ist eben nicht was weiß ich, ein Nein-Sagen zu einer Berührung oder zu einer Idee oder sowas.

00:49:48: Das ist total wichtig weil oft durfte man das ja auch nicht oder konnte das nicht.

00:49:53: und jetzt darf man das und dafür schauen was passiert.

00:49:57: und es natürlich auch wichtig dass die Eltern damit kommen, so mit dem was in diesem therapeutischen Raum passiert und dass wir dann auch einen Transfer machen.

00:50:08: Was das heißt für die individuelle Begleitung des Kindes?

00:50:15: Macht da vielleicht mal da einhaken diese...was bedeutet das jetzt?

00:50:19: zum Beispiel so eine situative Aufbereitung dann in der Rückkoppelung zum Beispiel zu einem Regelkonflikt oder Probleme im Schlafkontext.

00:50:29: Das sind ja meistens sehr häufige Themen, mit denen die Eltern kommen.

00:50:35: also was lernen die Eltern jetzt eigentlich aus dieser Erfahrung und was bringen sie da denn auch wieder an den Start?

00:50:43: Im zweiten Schritt sozusagen weil das ist ja muss eine Rückkopplung wieder geben in den Alltagsbereich oder wie geht?

00:50:51: Also jetzt hüpfen wir natürlich so ein bisschen von den Themen der Kinder, aber das ist ... ich nehme jetzt Schlaf mal auf.

00:51:01: Schlaf ist auch ein Übergangsthema Auch ein Stückchen, wo sehr oft diese Forderung ist von Loslassen sich hingeben.

00:51:15: Sich einlassen in den Schlaf und so weiter.

00:51:18: Oft gibt es dann eben diese Belastung die sich auch zeigt.

00:51:29: Die vielleicht aus dieser Grundgeschichte kommt und durch das die Eltern das Bezeugt haben, dass wir Wege gesucht haben was für das Kind wichtig ist.

00:51:39: Kommen sie auch vielleicht in ein ganz anderes begleitendes Kindes?

00:51:43: Also Sie finden andere Worte für das kind.

00:51:52: Sie können mehr Verständnis einbringen Sie lernen, und das ist so ein Aspekt.

00:51:58: Da haben wir jetzt gar noch nicht darüber gesprochen, eben auch ihre Gefühle zu ihrer Bindungsabprise, ihren schwierigen Gefühlen in dieser Situation auch zu betreuen damit sie gut da sein können und präsent sein können in dieser Schlaf-Situation.

00:52:23: Und manchmal, wenn es zum Beispiel um Selbstbestimmung und Fremdbestimmung geht... ...und jetzt kommt diese Schlafsituation und wir finden heraus,... Es ist supergut für dieses Kind, wenn er sich an dieser Schlafsituation einen kleinen Wahl hat, zum Beispiel.

00:52:41: So Sachen immer!

00:52:43: Das können kleine Sachen sein, welches Pizzama oder... ... nach einem Büchlein oder noch nicht eine... Manchmal, sehr oft gibt es auch so Körperarbeit, die ein Kind liebt.

00:52:56: Die ich mit den Kindern mache.

00:52:58: Wo die Eltern vielleicht einen Teil davon übernehmen und das gibt so was ressourcenorientiertes dann in diese ... ... dynamisierte Situation rein, dann gibt das auch die Möglichkeit ... neue Handlungsschritte zu entwickeln für die Eltern.

00:53:15: Das werden jetzt ja so Praktische Besetzungen jetzt für diesen Bereich schlafen und wenn wir jetzt mal diese Demamik nochmal von unserem Ausgangsthema so aufnehmen, der Umgang mit den starken Gefühlen im Alltag.

00:53:29: Wie sind da deine Beobachtung?

00:53:30: Wenn die Eltern mit ihren Kindern zusammen diese therapeutischen Erfahrungen machen ...

00:53:34: ...

00:53:36: könntest du sagst das ein Faktor ist dieses Ich verstehe mein Kind umfassender ich sehe es man könnte sagen meine Sicht erweitert sich sozusagen auch mein Kind.

00:53:45: Und wie ist es mit der Kompetenz der Eltern mit den starken Gefühlen vom Kind, aber auch in ihn selbst besser umzugehen.

00:53:54: Wird da auch noch mal was trainiert oder wird ihnen nochmal etwas gezeigt?

00:53:57: Bekommen die was an die Hand?

00:53:59: Wie ist es damit?

00:54:01: Ja also das sind wir natürlich auch in der EH so ein Grundsatz her immer mit den Eltern auch daran an ihrer Selbstanbindung zu arbeiten, ihre Körperwahrnehmung zu nutzen um in der Präsenz zu bleiben.

00:54:24: Ihre eigenen Bindungsabbrüche kennenzulernen und zu betreuen.

00:54:29: Und das ist auch ein Teil tatsächlich therapeutischer Arbeit, die wir eben in diesen Settings auch machen.

00:54:36: Das ist auch nicht was, was wir einfach Eltern so als Idee mitgeben, sondern was wir individueller forschen, was da passiert – weil es den Eltern oft nicht bewusst ist, was dort passiert -, dass sie da in eine gute Bindungsbereitschaft kommen.

00:54:53: und zweiter ist, dass wir schauen, welche welche Konfliktdynamiken ergeben diese Grenzsetzungssituationen zum Beispiel, also was passiert da genau und wie können wir das begleiten?

00:55:08: Und sehr oft ist für mich so... Also ich gebe das den Eltern auch auf gerne mit.

00:55:16: Ich habe so ein Modell entwickelt, wie man sich orientieren kann in diesem Grenzthema dass es einfach verschiedene Phasen gibt, das man am bestenfalls selbst angebunden und mit innerer Sicherheit schon mal die Grenze setzt.

00:55:35: Dass es klar ist immer so eine Grenze zu setzen löst die Emotion aus und es ist auch erst einmal empathisch liebevoll zu halten.

00:55:49: Und halten ist nicht beruhigen und beruhigend ist nicht Co-Regulation.

00:55:54: Also, dass es auch darum geht das Kind dann zu begleiten.

00:55:57: Vielleicht braucht es zuerst Raum vielleicht braucht es eine gewisse Ansprache aber oft sind heftige Gefühle erst mal da und oft sagen die Kinder erstmal gehen weg.

00:56:08: Und dann ist ja die Frage wie kann man so zwischen Emotionen und Reaktionen ein bisschen Puffer reinbringen dass sich die ganze Situation verlangsamt.

00:56:20: Dass man dem Kind Raum lässt, dass man sich selber wieder rückkoppelt, das man dem kind signalisiert wenn du bereit bist dann kannst du zu mir kommen dann begleite ich dich.

00:56:35: und oft ist es dann tatsächlich so dass man diese starken Gefühle wie so sagen wir gerne wie so so dass Man gemeinsam die Welle surft Und einfach schaut wer braucht was und das gut zu machen.

00:56:52: Ich meine es ist ganz selten im Leben so, für Eltern auch gut zu hören.

00:57:00: Das ist eigentlich die Herausforderung in diesem Grenzraum Dass dieselbe Person die Grenze setzt und ein Gefühl auslöst Die oft dann die Person ist die dieses Gefühl betreut.

00:57:12: Normalerweise wenn ich dich verletze würdest du nicht bei mir den Halt suchen.

00:57:18: Und würdest du zu jemand anderem gehen, also erwachsene Person meistens schon aber mit nahen Bindungsbeziehungen Kinder, Partner und so kommen wir oft in diese Situation.

00:57:31: Das ist nicht einfach und das bindungsbasierte ist nicht oder bedürfnisorientierte, bindungspasierte ist es nicht dass wir die Gefühle abhalten oder die Konflikte vermeiden sondern dass wir vor allem dann so in diesem Begleiten dieser Gefühle, diese Korregulation auch des Kindes lernen zu betreuen.

00:58:06: Das ist für viele Eltern neu, dass eben Korregulation nicht gleich beruhigend ist sondern einen anderen Raum geben für die Gefühle.

00:58:19: Gut, das heißt ja wir arbeiten hier auch so ein bisschen an einer Konfliktstruktur und Konfliktsfähigkeit vielleicht auch als Voraussetzung von Streitkultur und Streitfähigkeit im ganz normalen Alltag.

00:58:31: Kommen wir vielleicht zur letzten Frage was ist denn so... Outcome, was ist denn wenn es gut läuft und diese Entwicklungs- und Bindungsverletzungen die du da gerade so auch erwähnt hast.

00:58:42: Die sich in diesen Autonomiekonflikten vielleicht zeigen, wenn sie so ja ein Stück weit verdauert und bearbeitet sind?

00:58:50: Was ist dann am Ende wo du sagen würdest jetzt wissen wir da wird geht etwas bei es was möglich da heißt was abgelegt worden da essen Kontakt auf einmal in der Qualität anders.

00:59:01: Kannst du mal sagen, was würdest du sagen?

00:59:03: Was ist da oft, was die Eltern berichten?

00:59:06: Gibt es da so typische Konstellationen, die da mitgeteilt werden?

00:59:13: Ja also sehr oft staune ich tatsächlich selbst wie wenig manchmal auch viel bewirkt.

00:59:27: Eltern beschreiben sehr oft, dass es leichter wird.

00:59:31: Dass sie sich sicherer fühlen, dass das Kind mehr Toleranz entwickelt für verschiedene ... Also so wie wenn sich dieses Toleransfenster des Kindes erweitert.

00:59:47: oder mehr Tolernanz auch für eine Art Frustration.

00:59:54: Wir sehen bei den Kindern tatsächlich auch, dass sie wieder mehr in ein ... vom Nervensystem her einfach so wieder etwas Weicheres kommen.

01:00:09: Etwas Offeneres, offeneres Atem vertieft sich der Tonus wird weicher das Kind kommt zurück so in eine Ja, so einen natürlichen Wechsel auch von Expansion und Konzentration weniger Kontraktion.

01:00:30: Also es ist ein bisschen mehr besser bei sich und kann im Außen sich in Erfahrungen mit anderen Menschen bewegen.

01:00:40: also das ist oft eine Erweiterung der Regulationsfähigkeit.

01:00:45: am Schluss Ja, und ich glaube es geht gar nicht darum dass die Wut oder die Gefühle oder die Emotionen weniger seien sind sondern das die Eltern auch mehr Kompetenz entwickeln diese zu betreuen sich sicherer fühlen.

01:01:04: Sie beschreiben auch oft, sie haben ihr Kind ganz neu kennengelernt und sehen so hinter der Not auch das Wesen des Kindes seine Neugier, seine Freude, seine Mut seinen Mut.

01:01:19: und auch die Eltern verändern sich in so einem Prozess.

01:01:27: So reagieren sie vielleicht nicht mehr auf das Kind, wie sie es sowieso nie wollten.

01:01:33: Man will es ja besser machen als die eigenen Eltern aber oft holt es einem dann genau in dieser Krise eigentlich wieder ein und wenn Sie da wieder zu sich finden, die Besband auch ganz neu knüpfen.

01:01:51: Ja, schön!

01:01:52: Ich glaube ein gutes Schlusswort also weil es zeigt ja irgendwie diese Arbeit dazu für das vielleicht einfacher wird im Alltag dass die Kinder vielleicht an diesen Lasten wenn sie die Lasten auch abgegeben haben und ein Stück ihre natürliche Strahlfähigkeit ihrer Vitalität so vorleben Wenn es auch solche Ruphtur und Abbrüche gibt, dass eben beide schneller wieder rauskommen aus dieser Abruchssituation.

01:02:22: Das ist ja vielleicht was du auch sagst die schaffen schneller den Draht aufzubauen wenn er mal abreißen.

01:02:30: Ein Stück weit ist das ein ganz normaler Prozess gerade in dieser Zeit, dass man sich auch streite, dass eine andere Meinung ist aber es führt nicht zum kompletten Verschluss ... anhaltenden Krisen, die wir da in diesem ... ... Entwicklungsfeld sonst haben, eben sonst passieren kann.

01:02:49: Ja an dem Sinne also irgendwie so eine Art von Rückkehr auch zu einer Lebendigkeit... ...in der Beziehung.

01:02:56: Ich glaube du hast uns da jetzt heute sehr mitgenommen dass du wie spannend diese Arbeit auch mit diesen älteren Kindern ist.

01:03:04: Wir haben ja gar nicht so darüber geredet welche großen Herausforderungen das auch für die professionellen Begleiter beinhaltet.

01:03:10: Wir sehr uns das haben unseren eigenen Themen aus dieser Autonomie Zeit, in dieser Kleinkindzeit wo wir mit diesen ganzen Grenzthemen auch zu tun hatten wie wir selber involviert sind.

01:03:22: Ja ich sage erstmal Danke für das Gespräch!

01:03:26: Ich glaube da können wir jetzt weitermachen und hätten noch vieles zu besprechen.

01:03:30: Ich danke dir Conny für diesen Einblick in deine Arbeit und ich hoffe dass die Hörerinnen und Hörern da genau so eine Freude drin hatten wie ich jetzt beim Sprechen mit dir.

01:03:39: Vielen Dank erst mal dafür.

01:03:42: Ja, sehr gerne gestehen

01:03:45: und danke fürs Interesse!

01:03:46: Wir haben auch noch die Möglichkeit am fünften Dezember in einem Online Workshop dieses Thema weiter zu vertiefen.

01:03:54: Konni Reichklin wird dann über die Arbeit der EHR Therapie mit Kleinkindern nochmal expliziter sprechen mit Videos und Fallbeispielen, und den konkreten Methoden und Techniken.

01:04:06: Da werden wir dann so einen ganzen Abend uns damit befassen.

01:04:10: ich mag euch recht herzlich dazu einladen.

01:04:12: diese Veranstaltung wird am fünften in Dezember von achtzehn Uhr dreißig bis einundzwanzig Uhr dreizig laufen und ihr könnt es finden unter der Webadresse www.sebbremen.de und alles weitere dazu dort.

01:04:28: Ja, ich danke für eure Ausmerksamkeit.

01:04:30: Ich freue mich auf weitere Podcasts jetzt vor Weihnachten und wird es noch einige geben.

01:04:33: Macht's gut!

01:04:34: Und bis bald euer Thomas Samms.

01:04:36: Danke Konning.

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